29.12.2020 Druckversion

Zwei Jahre Unterstützung des kubanischen Gesundheitssystems

Dank an alle Spender – ¡Sigamos adelante!
Zwei Jahre Unterstützung des kubanischen Gesundheitssystems

Durch den Einsatz der kubanischen Medizinbrigaden in vielen Ländern, erstmals auch in Italien und Andorra, zur Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie wurden die Vorzüge der kubanischen Gesundheitsversorgung publik: Die welthöchste Arztdichte, die gute Ausbildung, die niedrige Säuglingssterblichkeit, die gute Organisation der Grundversorgung im Wohngebiet, Primat von Prophylaxe und epidemiologischer Überwachung und nicht zuletzt, dass alles kostenlos in Anspruch genommen werden kann – nach wie vor und trotz der ausgerechnet jetzt nochmals verschärften Blockade durch die Trump-Administration.

Wir Mitglieder der „Krankenhausgruppe“ haben inzwischen Einblicke in einige blockadebedingt erneuerungsbedürftige Infrastrukturen gewonnen und sagen: Respekt vor den Leistungen, die unter diesen Bedingungen erbracht werden! Die Initialzündung für das Projekt „Ramón González Coro“ war unser Besuch auf der Intensivstation für Neu- und Frühgeborene dieser Geburtsklinik in Havanna – verbunden mit der Übergabe einer elektronischen Baby Waage am 9. März 2018.

Weitere Besuche, ein enger freundschaftlicher Kontakt per E-Mail und umfangreiche Lieferungen, hauptsächlich in drei großen Schiffscontainern und zweimal per Luftfracht folgten. Der letzte Container mit 1 300 Mund-Nasen-Schutz-Masken FFP2 und N95 („nasobucos“), 20 Krankenhausbetten, Matratzen, 16 Rollstühlen, 38 Rollatoren, fünf Beatmungsgeräten für Neugeborene, speziellen Geräten zur Behandlung der Neugeborenen-Gelbsucht, 12 Spritzenpumpen, einem Spezialgerät zur Beatmungsüberwachung Neugeborener, einem Ultraschallgerät und einer Unmenge an Verbrauchsmaterialien, Krankenhauskleidung und Bettwäsche wurde am 7. Juli in Havanna vom Kubanischen Institut für Völkerfreundschaft (ICAP) offiziell und mit Fernsehberichterstattung in Empfang genommen (siehe: https://youtu.be/i0wGvsiSgfo). Am Tag danach folgten per Luftfracht zwei Intensivbeatmungsgeräte für Erwachsene, die wie auch ein Großteil der Masken vom Netzwerk Cuba e.V. als Hilfe in der Coronavirus-Pandemie gespendet wurden. Von den rund 300 Positionen der „Lieferliste“ entfallen etwa ein Viertel auf die Beschaffung von Geräten und davon etwas weniger als die Hälfte auf Einkäufe.

Vieles konnten wir aus Krankenhäusern oder Arztpraxen als Sachspenden übernehmen. Meistens profitieren wir von technischen Umrüstungen, Trägerwechseln, Rekonstruktionsmaßnahmen, Auflösungen und oft ist der Zufall im Spiele: Man hört im Bekanntenkreis etwas, hat Kontakte zum medizinischen Bereich, sieht auf dem Gelände eines Krankenhauses ausgesonderte Betten stehen … Fragen kostet ja nichts! Das Gros an Verbrauchsmaterialien muss gekauft werden. Dank der großen Bereitschaft, für Cuba Sí und insbesondere für das Konto „Kuba muss überleben/KRH2019“ zu spenden, konnten wir bisher alle Projekte realisieren. Unser Aktionsradius erweiterte sich inzwischen auf die Narkoseabteilung und auf die Entbindungsstation des Krankenhauses Ramón González Coro.

Viel Arbeit ist nötig, um Geld und Sachspenden in eine versandfertige Solidaritätsfracht zu verwandeln. Dank allen Spendern und allen beteiligten Compañeros und Compañeras, allen voran Torsten Edinger, der als Lagerverantwortlicher eine gigantische Arbeit bei der Beschaffung und Erfassung, der Sortierung, Verpackung und Verladeplanung vollbracht hat! Aber auch Rainer Lindemann hat Großartiges bei der Beschaffung der Medizintechnik geleistet, mit umfangreichen Internetrecherchen und unzähligen Telefonaten.

Viel Arbeit ist aber auch auf der anderen Seite des Atlantiks erforderlich: Die Entladung der Container, die Übernahme, Verteilung und Lagerung aller Materialien sowie die Inbetriebnahme der Geräte. Das sollten wir uns bei aller Freude und Würdigung unserer Arbeit hier vor Augen führen! Und noch eins: Kuba hat anderen Ländern und fortschrittlichen Bewegungen so viel Solidarität erwiesen, mit seinen medizinischen Einsätzen, militärisch, mit seinen Lehrern und Spezialisten, vor allem aber mit seinem Beispiel einer solidarischen Gesellschaft. Das zeigt – eine bessere Welt ist möglich! Bei all unseren Bemühungen – niemals werden wir dem kubanischen Volk dies auch nur annähernd vergelten können.

¡Viva la revolución!
Arbeitskreis Krankenhaus

https://cuba-si.org/spenden

Veröffentlicht in Aktuelles